Künstler*innen denken über den Alltag
weit hinaus
Ausgabe 6
Nika Span

Künstlerinnen und Künstler denken über den Alltag weit hinaus und sprechen mit ihrer Kunst immer wieder grundlegende gesellschaftliche Fragen an. Wie sagte Picasso so schön:

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“

Bisher fehlte uns oft die Ruhe, uns mit der Bedeutung der Kunst für unser Leben zu beschäftigen. Der Lebensalltag war oft zu schnell und zu funktional. Es besteht zu wenig Zeit und Raum für grundlegendes Denken.

Nun ist der richtige Moment gekommen, diese Fragen zu stellen.

Viele sehen, dass wir – trotz eines uns grenzenlos erscheinenden Fortschritts – an unsere Grenzen stoßen und das Wesentliche aus dem Blick verlieren. Es gilt, die Welt von heute neu zu denken und die Welt von morgen neu zu gestalten.

Deshalb laden wir Künstler*innen ein, mit denen 701 e.V.  in den letzten Jahren zusammengearbeitet hat, ihre Gedanken mit uns zu teilen. Lassen Sie uns zusammen mit den Künstler*innen den Staub von unseren Seelen waschen.

AUSGABE 6 – 09.06.2020

Nika Span

Teilnehmender Künstler der Ausstellung
Reflexionen – Ortspezifische Arbeiten im Franziskanerkloster – 2015

Lebt und arbeitet in:

Düsseldorf und Ljubljana

Kontakt:

www.nikaspan.info

Ausbildung:

1992 Abschluss der Malerei an der Kunstakademie in Ljubljana, Slowenien
1994-95 DAAD Stipendiatin an der Kunstakademie Düsseldorf
1996 Abschluss des Post-Diplom-Studiums der Bildhauerei an der Kunstakademie in Ljubljana
1996-97 Gasthörer an der Kunstakademie Düsseldorf

Warum sind Sie Künstler geworden?

Ich konnte nichts dafür.

Welche Rolle spielt die Kunst für Sie persönlich in Ihrem Leben?

Eine belebende Rolle.

Was bedeutet es für Sie, als Künstler erfolgreich zu sein?

Mich selbst überraschen zu können.

Kann „Scheitern“ auch ein Erfolg sein?

Nur, wenn man es erkennt und begreift.

Wie gehen Sie mit dem momentanen ‚kulturellen Shutdown‘ um? Was sind die Folgen für Sie persönlich und allgemeinen?

Ich empfinde der Ausmass dieses ‚kulturellen Shutdowns‘ als übertrieben. Der Menschheit wird weiter geistig verarmen.

Nach der Corona-Krise: Was sollte sich in der gesellschaftlichen Haltung zur Kunst verändern?

Eine Werteverlagerung sollte stattfinden.

Gibt es ein Kunstwerk von Ihnen, das Sie uns vorstellen möchten, weil es gerade jetzt wichtig ist?

Das Video „Irgendwas“ (2008/2020). Nicht weil es gerade jetzt wichtig ist, sondern weil die jetzige Zeit diese Arbeit verändert hat.