Ausgabe 10 Anna Tatarczyk

Künstlerinnen und Künstler denken über den Alltag weit hinaus und sprechen mit ihrer Kunst immer wieder grundlegende gesellschaftliche Fragen an. Wie sagte Picasso so schön:

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“

Bisher fehlte uns oft die Ruhe, uns mit der Bedeutung der Kunst für unser Leben zu beschäftigen. Der Lebensalltag war oft zu schnell und zu funktional. Es besteht zu wenig Zeit und Raum für grundlegendes Denken.

Nun ist der richtige Moment gekommen, diese Fragen zu stellen.

Viele sehen, dass wir – trotz eines uns grenzenlos erscheinenden Fortschritts – an unsere Grenzen stoßen und das Wesentliche aus dem Blick verlieren. Es gilt, die Welt von heute neu zu denken und die Welt von morgen neu zu gestalten.

Deshalb laden wir Künstler*innen ein, mit denen 701 e.V.  in den letzten Jahren zusammengearbeitet hat, ihre Gedanken mit uns zu teilen. Lassen Sie uns zusammen mit den Künstler*innen den Staub von unseren Seelen waschen.

AUSGABE 10 – 13.08.2020
Anna Tatarczyk

Lebt und arbeitet in:

Düsseldorf und Wuppertal

Kontakt:

annakatara@gmx.de / www.anna-tatarczyk.de / https://www.instagram.com/tatarczykanna/?hl=dehttps://www.facebook.com/anna.tatarczyk.9 

Ausbildung:

1999-2003    Germanistik- und Philosophiestudium, H.-H.-Universität Düsseldorf
2004 – 2010 Kunstakademie Düsseldorf (Prof. A.R.Penck, Prof. Anzinger) 

Warum sind Sie Künstler geworden?

Weil ich schaffen wollte (und weiterhin will)

Welche Rolle spielt die Kunst für Sie persönlich in Ihrem Leben?

 Eine essenzielle, ich kann ohne Kunst nicht leben. 

Was bedeutet es für Sie, als Künstler erfolgreich zu sein?

 Sich zu entwickeln, eigene künstlerische Sprache zu finden und sich immer wieder von der Kunst begeistern zu können. 

Kann „Scheitern“ auch ein Erfolg sein?

Scheitern gehört zum Erfolg dazu und ist eine wichtige Lehre. Aus dem Scheitern lernt man am meisten.

Wie gehen Sie mit dem ‚kulturellen Shutdown‘ um? Was sind die Folgen für Sie persönlich und allgemeinen?

Der Shutdown hatte und hat für meinen Tagesablauf keinen Einfluss, ich habe weiter gemalt. Die Folgen sind natürlich ausgefallene Ausstellungen und die Angst um die ausbleibenden Verkäufe.

Nach der Corona-Krise: Was sollte sich in der gesellschaftlichen Haltung zur Kunst verändern?

Die Wertschätzung Kunst gegenüber. Die Welt ohne Kunst ist sehr arm.

Gibt es ein Kunstwerk von Ihnen, das Sie uns vorstellen möchten, weil es gerade jetzt wichtig ist?

 Die Raute als Hoffnung und Bedrohung. Sie steht auf der Spitze und droht umzukippen. Trotzdem strahlt sie Kraft, Ruhe und Harmonie aus und ist in ihrem eigenständigen System unantastbar.  

Gipsy Serie
2020
130 x 110 cm
Acryl auf Leinwand
Preis: 3.600 Euro