(Fotocredit: Atit Sornsongkram, Untitled 2011, Inkjet Print 60×69 cm)

 

STRAUSS IST RAUS

ein Ausstellungsprojekt von 701 e.V.

in der ehemaligen Strauss-Filiale auf der Friedrichstrasse 61 in Düsseldorf

 

Eröffnung: Freitag, 27.01.2017, 19 Uhr

 

mit Julia Gräb, Tobias Hoffknecht, René Hüls, Steffen Jopp, Lukas Julius Keijser, Sophie Killer,Wanda KollerAtit Sornsongkram

Kurator: Wilko Austermann

28.01.2017 – 19.02.2017 ,DO + FR 12-18 Uhr, SA + SO 12-17 Uhr.  Der Eintritt ist frei.

 

Wir danken der Erbengemeinschaft Meese, der Friedrichstraßen Interessengemeinschaft e.V., Klüh Multiservices, Menzels Lokschuppen & Töff-Töff GmbH sowie Mitgliedern von 701 e.V. für die freundliche Unterstützung.

 

„Die Krise scheint die Warenhauskette Strauss nicht mehr abschütteln zu können. Nach dem erstem Insolvenzantrag im vergangenen Jahr wurde beim Düsseldorfer Amtsgericht nun der zweite Antrag eingereicht“ (Zitat: Handelsblatt online, 16. September 2016)

Das Geschäft der Warenhauskette Strauss Innovation in der Friedrichstr. 61c, Düsseldorf, wurde in diesem Jahr aufgegeben. Das leerstehende Ladenlokal wurde dem Verein 701 e.V. in der Zeit vom 27.1. bis 19.2.2017 für die Durchführung einer Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Auch inhaltlich wird des Thema Strauss ist raus aufgegriffen, d.h. das ehemalige Geschäft der Warenhauskette Strauss Innovation wird Teil der Ausstellung Strauss ist raus.

In den letzten Jahren hat sich das Konsumverhalten der Bevölkerung stark verändert. Produkte werden über das Internet bestellt und die manuelle Arbeitskraft wird durch hochkomplexe Maschinen ersetzt. Das Resultat dieser Veränderung sind leerstehende Geschäfte und die Umstrukturierung von Warenhäusern. Die teilnehmenden Künstler greifen das Thema der Leere und die Veränderung der Wirtschaft in ihren Arbeiten auf. So verschmelzen die verschiedenen Positionen inhaltlich mit der leerstehenden Strauss Filiale. Auf die Idee der Leere bin ich durch die Serie Display des Künstlers Atit Sornsongkram gekommen, der ungenutzte Schaufenster im Stadtbild abfotografiert hat. In dieser Reihe wird deutlich, dass der letzte Tag der Nutzung mit den hinterlassenen Spuren für eine lange Zeit zum Schauobjekt wird. Alle Künstler der Ausstellung greifen das Thema der Leere, Veränderung der Wirtschaft und das Geschäft auf.

Julia Gräb (geb. 1991) studiert an der Kunstakademie Düsseldorf bei Eberhard Havekost. In ihren fotografischen Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit leerstehenden Gebäuden und deren für sie faszinierende Verlassenheit. Gräb reist viel, um ursprünglich genutzte Orte und deren abstrakte Wirkung im Foto einzufangen. In ihren Arbeiten zeigt sie die Veränderung von genutzten Architekturen und die hinterlassenen Spuren der Menschen.

Tobias Hoffknecht (geb. 1987) hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rosemarie Trockel studiert. Der Künstler benutzt ehemals genutzte Objekte, wie Stühle, Regale und präsentiert diese in einen anderen inhaltlichen Kontext. Er entnimmt den Gegenständen ihr Funktionalität und präsentiert die übrig gebliebene abstrakte Plastik in einem anderen Kontext.

René Hüls (geb. 1973) hat an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg studiert. Hüls greift in seinen Arbeiten die Veränderung der Wirtschaft und der Kommunikation im Posthumanismus auf. Für die Ausstellung schafft Hüls eine Arbeit mit der er sich auf vorhandene Schubladen in dem Geschäft bezieht und diese skulptural verarbeitet.

Steffen Jopp (geb. 1991) hat an der TU Dortmund mit dem Schwerpunkt Druckgraphik bei Prof. Bettina van Haaren und Wolfgang Pilz studiert und ist nun an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gregor Schneider. Jopp beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Vibrationen von Musik und die Verbindung mit vorher industriell genutzten Gegenständen. Der Künstler zeigt eine raumgreifende Plastik aus einem ehemalig genutzten Förderband, welches die Produktion von Waren und deren Verkauf visualisiert.

Lukas Julius Keijser (geb. 1973) hat an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und an der Udk Berlin studiert. Keijser beschäftigt sich in seinen Werken mit Social Media und der heutigen Konsumwelt. Mit Siebdrucken macht er Shop Performances, die das Konsumverhalten hinterfragen sollen. Diese Drucke werden vor Ort produziert und zu dem bedrucktem Warenwert verkauft. Für die Ausstellung wird der Künstler auf den Leerstand reagieren, indem er einen Bio- Vegan Geschäft inszeniert. Die gedruckten lokalen Produkte werden präsentiert und verkauft.

Wanda Koller (geb. 1988) hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Hubert Kiecol und Rita Mc Bride studiert. Die Künstlerin entwickelt ortsspezifische Installationen aus Gips in denen sie auf ihr Umfeld reagiert. Koller arbeitet prozesshaft und wird ehemals genutzte Materialien aus dem Warenhaus in ihrem Werk präsentieren. Dabei bezieht sie sich auf die Geschichte des ehemaligen Geschäftes. Mit der Schauspielerin Sophie Killer (geb.1991) wird Koller eine tänzerische Performance aufführen, die sich auf Warenkonsum und die Veränderung des Einzelhandels beziehen wird. Sophie Killer hat an der Folkwang Universität der Künste in Bochum und an der Tanzfabrik in Berlin studiert. 2015 gewann sie den Folkwang Preis für das von ihr choreographierte Tanzstück EINER TANZT AUS DER REIHE, welches am FTZ Bochum und dem i-camp Theater München aufgeführt wurde.

Atit Sornsongkram (geb. 1981) hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Hubert Kiecol und Andreas Gursky studiert. In der Serie Display zeigt sich das Interesse des Künstlers für leerstehende Immobilien und deren klaren kubischen Aufbau. Der Raum ist wie eine Zeitkapsel, deren letzte Benutzung für eine Weile präsent ist und durch den Eingriff des Künstlers zum Bildgegenstand wird.

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